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Besondere Form der Hingabe an die Musik

Philippinischer Universitätschor begeisterte mit Liederkranz und Harmonie im Bürgerhaus Zellhausen/Spontanes Ständchen in Seligenstadt
 

Zellhausen (op) • Gut besucht war das Bürgerhaus Zellhausen, als die Publikumslieblinge der Internationalen Chortage Mainhausen bei ihrer Europatournee dortgastierten. Der University of the Philippines Concert Choir mit seiner künstlerischen Leiterin Janet Sabas Aracama kehrte so an seine alte Wirkungsstätte zurück - und betrieb wieder Werbung für die Faszination der Chormusik.


Der "University of Philippines Concert Chorus begeisterte das Publikum mit seinem brillanten Gesang und einer professionellen Choreografie.

Musikalisch begrüßten beide Zellhausener Männerchöre die Gäste. Der Liederkranz musizierte mit seinem Dirigenten Roman Zöller „Abschied" von Mathieu Neumann sowie die interessante Volksliedbearbeitung „Horch, was kommt von draußen rein?" des zeitgenössischen Komponisten Christian Heiß. Die Harmonie öffnete mit ihrem stellvertretenden Chorleiter Herbert Simon die Liedertruhe der Romantik mit Franz Schuberts „Die Nacht" und einem Friedenshymnus von Karl Josef Müller.



Die Zellhäuser Männerchöre "Liederkranz", Bild unten und "Harmonie" eröffneten das Konzert.

  Der künstlerische Leiter der Internationalen Chortage Mainhausen, Hubert Reuter, dankte beiden Vereinen im Namen des Förderkreises für die freundliche Unterstützung ohne die solch hochkarätige Veranstaltungen undenkbar seien. Und ehe er das Konzert moderierte, hieß er den Juror des Internationalen Chorwett bewerbs 2003, Professor Helmuth Drewes aus Spittal (Österreich), willkommen.   Zuvor hatten die Gäste übrigens eine Stadtführung in Seligenstadt genossen - und gezeigt, dass sie immer für eine Überraschung gut sind. Für den Seligenstädter Reuter war es eine große Freude, dem Ensemble seine Heimat stadt mit ihrer reichen Vergangenheit näher zu bringen; da entkam ihm keiner. Um die Mittagszeit auf dem Freihofplatz angekommen, der bei schönem Sonntagswetter voll besetzt war, gab er mit den Filipinos ein spontanes Freiluftkonzert.


Hubert Reuter, der durch das Programm führte, dankte der Dirigentin Janet Sabas Aracama für für das hervorragende Konzert.

  Im Bürgerhaus Zellhausen standen geistliche Werke, in ternationale und philippinsche Folksongs sowie Popmusik auf dem Programm. Die Studenten glänzten mit der Klarheit ihrer Stimmen, vomglockenhellen Sopran über tiefwarmen Alt und strahlenden Tenor bis zum Funda ment eines vulkanschwarzen Basses. Professionalität hatten sie sich auf ihre Fahnen geschrieben. Und die begann beim wellenförmigen Auf marsch auf die Bühnenpositionen, zeigte sich im bis in die Haarspitzen einheitlichen Stil, verwendete dem Charakter des Liedguts angemessene Kleidung und untermauerte den Gesang mit ausgefeilter Choreografie.


Soloauftritte in Verbindung mit tänzerische Einlagen begeisterte das Publikum

  Was den Gesang der jungen Leute jedoch wirklich auszeichnete, war die Hingabe an die Musik, die förmlich greifbar war. Das spürte das Publikum, zeigte sich vomersten Ton an fasziniert.
  Dass der Universitätschor auf jedem klassischen Parkett zu Hause ist, demonstrierten die Sänger zu Beginn mit sakraler Chormusik. Ungeahnte Klangfülle umfing die Zuhörer beim achtstimmigen „Heilig, heilig" von Felix Mendelssohn Barthoidy.
  Scheinbar spielend folgte der Chor seiner Dirigentin, Professor Janet Sabas Aracama, erhob die Stimmen zu wahren Orkanen, brachte das Zellhausener Bürgerhaus zum Schwingen, um ebenso über zeugend mit einem beinahe hingehauchten „Amen" zuenden.
   Herzerfrischend interpretiert trat „There was an Old Man in a Tree" von Matyas Seiber an. Bis in eine Art Sprechgesang hinein herrschte fantastischer Gleichklang. Fein ausgehaltene Reibungen verursachten Gänsehaut.


Bilder die ohne Worte unvergessene Eindrücke hinterlassen

  Zum Höhepunkt gerieten die philippinischen Volkslieder. Ein Echo wanderte, begleitet von einem gewaltigen Chor, von Berg zu Berg, von Insel zu Insel. Das Kriegslied „Iddemdem Mallida" wurde zum dramatischen Schauspiel, bei dem stampfende Füße die Gefahr des Kriegs förmlich mit Händen greifbar werden ließen. Beim Erntedank „Kaming Magmamani" wiegten sich die Sänger im Tanztakt. Unisono und in vielstimmigem Gebet sehnten sie Frieden herbei, tanzten dazu in heimischer Manier. Einem Orchester gleich untermalte der Chor beim Liebeslied „Ikaw Ang Lahat Sa Akin" („Du bist alles für mich") den Solisten mit vielstimmigen Vokalen. Das Publikum schmolz dahin.
  Begeistert nahm dieses den letzten Teil auf, welcher der internationalen Popmusik gewidmet war und sich von Paul McCartneys „Yesterday" aus immer weiter steigerte. „Can't Help Fallin' in Love", „I Believe I Can Fly", ein Abba-Medley und „Bridge Over Troubled Water" waren weitere Stationen, bei denen die perfekte Choreografie zusätzlich eine wahre Augenweide darstellte.
  Mit „Time to Say Goodbye" setzten die philippinischen Studenten einen hochkarätigen Schlusspunkt - und dankten ihren Gästen anschließend persönlich...