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Offenbach-Post - Dienstag, 11.Sept.2001

Bach, Bartholdy und einer der ältesten ungarischen Sängerbünde

Christlicher Uni-Chor "Kántus Debrecen" nimmt Einladung für das Jahr 2003 mit nach Hause


Mainhausen (tku)

Zur Erinnerung an diesen Auftritt übergab Bürgermeister Dieter Gröning das Wappen der Gemeinde Mainhausen an den Chor KÁNTUS Debrecen aus Ungarn.

Internationale Chormusik der Spitzenklasse stand am Samstagabend in Zellhausen auf dem Programm. Im Rahmen des Kreiskultursommers
war der ungarische Jugendkammerchor "Kántus Debrecen" im Bürgerhaus zu Gast.
Der christliche Universitätschor gilt als einer der besten Chöre Ungarns und mit dem Gründungsjahr 1739 auch als einer der ältesten. Neben Auftritten in Rundfunk und Fernsehen sowie erfolgreichen Gastspielen bei internationalen Wettbewerben können die Ungarn auch auf Auftritte an fast allen großen Opernhäusern der Welt zurückblicken. Tourneen führten den Chor quer durch Europa sowie nach Japan und in die Vereinigten Staaten.

Den Konzertpaten vom Gesangverein "Harmonie" blieb es vorbehalten, musikalisch in den Abend einzuführen: Unter der Leitung von Stefan Claas begrüßte der Männerchor die Gäste mit den Werken "O Crux Benedicta" von Cipiriano di Rore, "Salve Regina" von Kaj-Erik Gustafsson sowie "Die gebundene Nachtigall" von Mathieu Neumann. Ineinander fließende Harmonik war bei den anspruchsvollen Werken ebenso gefragt wie die partiturgetreue Bewältigung der großen tonalenBandbreite zwischen den Tenor und Basslagen.

Die ungarischen Gäste zogen daraufhin singend vom Saal her auf die Bühne, wobei sie viele Gäste mit Handschlag begrüßten. Von der Bühne herab präsentierten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Sandor Berkesi daraufhin ausdruckstarke religiöse Kompositionen aus unterschiedlichen Epochen. Blieben die Ungarn mit dem Stück "Felseges Ür" nach Orlando Gibbons noch in ihrer Heimatsprache, bewiesen sie mit dem Renaissance-Stück "Ehre sei Dir, Christe" von Heinrich Schütz auch in Sachen deutschsprachigen Liedgutes Sicherheit. Ebenso in deutsch boten die Magyaren Felix Mendelssohn-Bartholdys "Denn er hat seinen Engeln befohlen" dar: Die jauchzenden weiblichen Engelstimmen untermalte dabei kontrastreicher, feiner Männergesang.Auch bei deutschen Chören erfreuen sich Werke des Ungarn Zoltán Kodály großer Beliebtheit, mit einem Advents- und einem Abendlied aus seiner Feder sowie mit dem Finale von Johann Sebastian Bachs H-Moll-Messe "Dona nobis pacem Gib uns Frieden" verabschiedeten sich die Ungarn in die Pause.

Im zweiten Teil folgte auf die Eröffnung mit der ungarischen Komposition "Singet dem Herrn ein neues Lied" das "Te Deum", das hierzulande vor allem bei Fernsehzuschauern als "Eurovisionsmelodie" besser bekannt sein dürfte. "Freude ist bei Dir" von Giovanni Gastoldi, einige frech und unbekümmert dargebrachte Studentenlieder sowie ein flottes "Altes Tanzlied" von Lajos Bardos leiteten zum schwungvollen Teil des Konzerts über.

Die Zugabe-Rufe quittierten die Ungarn angesichts ihres Konzertprogrammes in der Region allerdings nur einmal mit einem "Dacapo". Eine Einladung des "Förderkreises Internationale Chortage Mainhausen" für das Jahr 2003 nehmen die Gäste mit nach Hause.

Auftritt des Chores KÁNTUS Debrecen