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Offenbach-Post - Freitag, 29. Mai 2009

Außergewöhnliche Homogenität
Argentinischer Spitzenchor Estudio Coral Meridies zu Gast beim Förderkreis Internationale Chortage

Zellhausen (tku) • Ein erneutes Beispiel für Völkerverständignng gab der Förderkreis Internationale Chortage Mainhausen (FICM) dieserTage mit dem konzertanten Gastspiel des argentinischen Spitzenchores „Estudio Coral Meridies" im Bürgerhaus Zellhausen. Wie so oft verstand es der Förderkreis, eine Veranstaltung mit einer echten Werbung für den Gliorgesang zu verbinden. Die Begrüßung übernahin der stellverlrelende Vorsitzende, Christian Fröhlich, der auch informativ durch das Programm führte. Die musikalische Begrülsung der Gäste oblag dem Männerchor des Gesangverein Liederkranz Zellhausen unter der Leitung von Roman Zöller. Mit „ I will praise the oh Lord " von Knut Nystedt, „Psalm 23" des holländischen Komponisten Henk Badings und "Untreue" von Friedrich Silcher zeigte das Ensemble gewohnt klangstark seine Internationalität.
Der gemischt singende Chor aus der Provinzhauptstadt Santa Fe begann fast pathetisch in seiner Landessprache mit einer ..Ode an in die Chormusik", fand aber auch in dem deutschsprachigen Werk von Johannes Brahms „O Heiland reiss den Himmel auf" seine gesanglische Heimat. Die außergewöhnliche klangliche Homogenität des Chores ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Laienchor aus etwa 30 Studenten mit ganz unterschiedlichen Fachrichtungen handelt. „Pater Noster" von Javier Busto wurde noch einmal a capella dargeboten, den weiteren Teil der Musik, eine dreiteilige Messe des bekannten Argentiners Ariel Ramirez, begleiteten Instrumente. Diese sorgten beim „Kyrie", „Gloria" und „Credo" (aus der Missa Criola) für eine beeindruckende Atmosphäre. Begeistender Applaus begleitete den Chor bereits zur Pause von der Bühne.
Mit einem Stück aus seiner Heimat eröffnete das Ensemble den zweiten Teil, ließ dann eine Originalkomposition „Corazon Coraza folgen.
Ein Werk aus Venezuela bediente sich einer ganz besonderen Ausdrucksmöglichkeit: Die vom Menschen zermürbte Mutter Natur beklagt sich lautstark und mit verzweifeltem Händeklatschen über ihren trostlosen Zustand. Ein Tango durfte danach ebenso wenig fehlen wie die Taktrichtungen „Chacarera" und „Zamba". Auch der Männertanz „Malambo" hatte es tänzerisch wie gesanglich „in sich". „El Dominguero" bildete, von den Zugaben abgesehen, den Abschluss, der nochmals großen Beifall einbrachte. Die Bandbreite vom rasantem Temperament Südamerikas bis hin zu geistlich-besinnlichen Gesängen und herzlichen Heimatklängen hatte für jeden Zuhörer etwas dabei. Die Erfolge bei inlernationalen Wettbewerben kommen nicht von ungefähr. Jüngstes Beispiel ist die Qualifikation für dcn Kammerchor-Wettbewerb in Marktoberndorf.Durch ihre langen Deutschlandaufenthalte spricht Chorleiterin Virginia Bono die deutsche Sprache als sei sie hier geboren, bedankte sich im Namen Chores.

Der Chor verbrachte eine Woche in Deutschland, war in Dreieich untergebracht und genoss im Anschluss an den offiziellen Teil des Programms unterhaltsame Stunden bei den Gastgebern in Zellhausen.